Das Schneekuchen-Projekt
Eigentlich wollte ich nur einen schnellen Kuchen backen. Mit einem Neugeborenen zu Hause im Wochenbett bin ich erst mal umgestiegen auf alles was schnell geht: ein schnelles Mittagessen, ein schnelles Abendessen, eine schnelle Mehlspeise, … Alles was gut vorzubereiten ist während der „Drache“ schläft – verzeih mir, kleine Elisa, solltest du das eines Tages lesen – und dann ratzfatz ins Rohr damit. Wie schnell es geht war der eine Grund warum mir das Schneekuchen-Rezept auf Anhieb sympathisch war.
Der andere Grund: Ich liebe es Lebensmittel aufzubrauchen. „Restln“ verwerten. Nichts wegschmeißen. Nicht mehr einkaufen als wir wirklich brauchen. Vielleicht dürfte ich dabei manchmal etwas übertreiben, wenn mein Mann den Kühlschrank aufmacht und meint: „Hmm…Eigentlich nix da.“ Ups – und ich war so stolz mal wieder erfolgreich alles aufgebraucht zu haben ;-). Aber halb so wild, nachdem wir fast gegenüber einem Lebensmittelgeschäft wohnen, lässt sich hier schnell Abhilfe schaffen. Naja, jedenfalls sind vom letzten Mittagessen einige Eiklar übriggeblieben und so kam mir das Schneekuchen-Rezept als Eiklar-Verwertungskuchen gerade recht.
Zum Projekt wurde der schnelle Kuchen dann trotzdem, weil mir das Baby jedes Mal einen Strich durch die Rechnung gemacht hat als ich anfangen wollte zu backen. Zum Glück hält sich Eiklar 2-3 Tage im Kühlschrank. Beim wohl fünften Versuch mit dem Kuchen zu beginnen wurde das Baby wieder quengelig und mir wurde es zu bunt. Ich beschloss kurzerhand die Baby-Trage auszuprobieren, die ich schon seit der Schwangerschaft im Schrank habe. Ein kurzer Tipp für alle Neu-Mamis: Es war toll! Nach nicht einmal einer Minute schlummerte der „Drache“ friedlich in der Trage während ich beide Hände frei hatte um ENDLICH diesen Kuchen zu backen 🙂
Und so geht’s…
Zutaten:
- 75 g Butter + etwas Butter für die Form
- 75 g Bitterschokolade
- 200 g Eiklar (das sind 5-6 Eiklar)
- ¼ TL Salz
- 80 g Kristallzucker
- 100 g geriebene Walnüsse
- 50 g Weizenmehl + etwas Mehl für die Form
Zubereitung:
- Eine kleine Springform (meine hat ca. 17 cm Durchmesser) ausbuttern, bemehlen und das überschüssige Mehl ausklopfen. Das Backrohr auf 160 °C Umluft (oder 180 °C Ober-/Unterhitze) vorheizen.
- In einem kleinen Topf bei geringer Hitze Butter und die in Stücke gebrochene Schokolade schmelzen lassen. Alternativ über Wasserdampf schmelzen lassen. Vom Herd nehmen, umrühren und abkühlen lassen.
- In einer Schüssel Eiklar und Salz steif schlagen. Den Zucker dazu geben und weiter schlagen bis sich der Zucker komplett aufgelöst hat. Wer eine Küchenmaschine hat ist hier im Vorteil. Ist mit dem Handmixer aber auch kein Problem, man muss nur lange genug schlagen.
- Die Walnüsse mit dem Mehl mischen.
- Die lauwarme (man überprüft und kostet natürlich gerne ;-)) Schokobutter zum Schnee geben und kurz auf hoher Stufe einmixen. Die Nuss-Mehl-Mischung mit einem Teigspatel vorsichtig unterheben. Die Masse in die Springform füllen und glattstreichen.
- Im Ofen auf mittlerer Schiene ca. 25 min backen. Aus dem Ofen nehmen, etwas überkühlen lassen, dann den Ring abnehmen.
Tipps:
- Ich reduziere bei fast allen Süßspeisen die Zuckermenge, ihr werdet also sicher Schneekuchen-Rezepte finden in denen wesentlich mehr Zucker verwendet wird. Für uns haben die 80 g aber vollkommen gereicht, war super gut!
- Wenn der Kuchen fertig ist sollte sich die Oberfläche fest anfühlen, darf aber ein wenig knirschen. Macht es besser als ich und drückt ganz vorsichtig auf die Oberfläche des Kuchens. Ich hab natürlich gleich ein kleines Loch reingemacht… Ändert zwar nichts am guten Geschmack, aber die Optik leidet etwas darunter. Wer es ganz genau nehmen will und ein Küchenthermometer zu Hause hat: Die Kerntemperatur des Kuchens sollte ca. 95 °C erreichen.
- Schmeckt auch sehr gut mit geriebenen Haselnüssen.



0 Kommentare