Löwenzahnhonig
Rasen kann man das Grün in unserem Garten sicher nicht nennen. Eher Wiese. Mit sämtlichen Unkräutern die man normalerweise ausreißt und jätet. Darunter natürlich auch ganz viel Löwenzahn. Im Moment steht er in voller Blüte und bereitet sich darauf vor sich weiter auszusäen und auch noch die letzten Winkel des Gartens zu erobern. Löwenzahnblüten findet man das ganze Jahr über, aber zum Frühlingsauftakt scheinen wirklich alle „Löwenzähne“ gleichzeitig zu blühen. Das bedeutet ein schönes gelbes Blütenmeer und es schreit geradezu danach irgendwas Sinnvolles daraus zu machen.
Spontan beschloss ich: Löwenzahnhonig soll es sein! Dieser hat mit echtem Bienenhonig nichts zu tun, es ist eher ein dicker Sirup, der sich als Brotaufstrich, zum Backen und Süßen von Getränken oder auch für Salatmarinaden eignet. „Vonig“ (für veganer Honig) wird er auch genannt und enthält neben den gesundheitsfördernden Bitterstoffen auch einige Vitamine. Natürlich enthält er auch reichlich Zucker, ist aber in Maßen verwendet ein süßer Genuss aus dem Garten.
Sofort begab ich mich mit einer Schüssel bewaffnet in denselben. Aber halt…wo war der Löwenzahn hin? Von dem Blütenmeer war plötzlich nichts mehr zu sehen. Dann dämmerte mir: Da war ja was! Wie viele andere Pflanzen hält der Löwenzahn seine Blüten bei Schlechtwetter geschlossen und zeigt dadurch den nahenden Regen an. Und tatsächlich! Keine zehn Minuten später goss es in Strömen. Gut, das war dann wohl nichts. Aber am nächsten Tag spielte das Wetter mit und es konnte endlich losgehen.
Das brauchst du:
- etwa 130 g Löwenzahnblüten
- 1 Orange oder Zitrone
- 500 ml Wasser
- 500 g braunen Rohrzucker
- ein Seihtuch
- sterilisierte Gläser
Und so geht’s:
- Sammle genügend Löwenzahnblüten, am besten bei schönem, trockenem Wetter, wenn die Blüten voll geöffnet sind.
- Zupfe die gelben Blütenblätter des Löwenzahns aus den Blütenkelchen und gib sie in einen Kochtopf.
- Gib Wasser dazu, sowie die Hälfte der Orange in Scheiben geschnitten. Aufkochen und für 10 min kochen lassen.
- Den Sud lässt du zugedeckt am besten über Nacht ziehen und seihst ihn dann durch ein Tuch ab. Die Flüssigkeit gibst du dann zurück in den Topf. Presse die übrige Orangenhälfte aus, gib den Saft und den Rohrzucker dazu in den Topf. Aufkochen und bei schwacher Hitze so lange simmern lassen bis sich die Menge um die Hälfte reduziert hat oder die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Das prüfst du indem du einen Löffel voll herausnimmst und auf einem Teller abkühlen lässt. Fülle den Löwenzahnhonig heiß in sterilisierte Gläser.
Tipps:
- Zum Zupfen der Blüten: Wenn man die Blüte an den grünen Hüllblättern nimmt und etwas zusammenquetscht, so als würde man das gelbe Blütenkörbchen herausdrücken wollen, dann lösen sich die gelben sogenannten Zungen- und Röhrenblüten am besten vollständig vom Blütenboden und reißen nicht so leicht in der Mitte ab. Bei den meisten Blüten funktioniert das ganz gut 😉
- Wie dickflüssig dein Löwenzahnhonig werden soll bleibt dir überlassen. Ich habe ihn sicher fast 5 Stunden simmern lassen und das war mehr als genug. Er ist recht zähflüssig geworden und lässt sich gerade noch streichen. Nächstes Mal werde ich ihn bereits etwas früher abfüllen.
- Es gibt auch noch eine andere Methode Löwenzahnhonig herzustellen, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Dabei werden die Löwenzahnblüten (so wie beim Maiwipferlsirup) abwechselnd mit Zucker in einem Schraubglas geschichtet. Man lässt das Glas so lange dunkel stehen bis sich der Zucker komplett aufgelöst hat und seiht die Flüssigkeit dann ab.



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