KOCHEN / KRÄUTER

Wildkräuterbutter – Geschüttelt! Nicht gerührt.

von | Okt. 31, 2025 | 0 Kommentare

Rezepte für Kräuterbutter findet man im Netz natürlich massenhaft. Trotzdem – hier ist meine Version davon. Als Kräuterpädagogin bin ich ein großer Fan von Wildkräutern und was in dem vermeintlichen „Unkraut“ steckt, nämlich eine Vielzahl an Vitaminen, sekundären Pflanzenstoffen und Mineralstoffen – oft sogar viel mehr als in den üblichen Küchenkräutern oder in Salaten. Warum diese Nährstoffquelle die uns die Natur liefert also nicht nutzen und verspeisen, anstatt ihr mit verschiedenstem Werkzeug oder sogar Unkrautvernichter zu Leibe zu rücken um einen schönen Rasen zu haben? Also für mich ist die Entscheidung ganz klar: Ich bin fürs Verspeisen!

Selbstverständlich eignen sich auch die üblichen Küchenkräuter für eine leckere Kräuterbutter. Erlaubt ist alles was schmeckt. Für die Verwendung von Wildkräutern gilt jedoch als oberstes Gebot: Sammelt nur, was ihr eindeutig bestimmen könnt!

Die schnellere Variante ist natürlich: Butter weich werden lassen, gehackte Kräuter unterrühren und ab in den Kühlschrank damit. Der Fun-Faktor des Selbermachens geht dabei allerdings verloren. Vor kurzem habe ich mit einer Kindergruppe im Rahmen eines Kräuterworkshops Kräuterbutter hergestellt. Ohne unser Schüttel-Workout wäre es nur der halbe Spaß gewesen. Und zugegeben: Auch als Erwachsene beobachte ich gerne, wie das flüssige Schlagobers durchs Schütteln immer cremiger wird und schließlich ein Klumpen Butter in einer fettarmen Flüssigkeit, der Buttermilch, entsteht. Immer wieder faszinierend!

Die Buttermilch als Nebenprodukt ist übrigens zu schade zum Wegschütten! Sie schmeckt leicht nach Kräutern, Knoblauch, etwas Salz, also nach allem was in die Butter gemischt wird und ist ein herrlich erfrischendes Getränk.

Sollte übrigens gerade Bärlauch -Zeit sein oder ihr welchen eingefroren haben – juhu! – denn Bärlauchblätter bringen wunderbaren Knoblauchgeschmack in die Butter. Ich hatte leider weder frischen Bärlauch noch gefrorenen, also musste eine Knoblauchzehe her.

Bei den Kräutern stellt sich noch die Frage: waschen oder nicht waschen? Ich wasche meine Kräuter und JA, es gehen dabei natürlich Inhaltsstoffe und Aromen verloren, aber auch so mancher Dreck den ich nicht mitessen möchte und ich habe einfach ein besseres Gefühl dabei. Hier muss einfach jede und jeder selbst entscheiden was richtig ist 😉

So! Jetzt aber genug um den heißen Brei (oder in diesem Fall um die kalte Butter) geredet, also ran ans Werk!

In meine Wildkräuterbutter kommt:

  • Die Blätter von Löwenzahn, Spitzwegerich, Schafgarbe und Dost (wilder Majoran).
  • Für ein paar schöne Farbtupfer – das Auge isst ja bekanntlich mit – die Blütenblätter von Rotklee und Ringelblume.
  • Alles zusammen nehme ich eine gute Hand voll Kräuter für ¼ Liter Schlagobers.
  • Gerne sammle ich auch ein paar Blütenköpfe von Gänseblümchen als hübsche und gesunde Dekoration fürs gestrichene Kräuterbutterbrot.

Außerdem braucht ihr:

  • 1 Becher Schlagobers
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Prise Salz
  • Schneidbrett und Messer
  • 1 leeres Schraubglas (z.B. großes Honigglas)
  • 1 Tuch zum Abseihen (Passiertuch, sauberes Geschirrtuch oder Küchenpapier)

Als Hilfe beim Schütteln zweckentfremde ich einen (gründlich gereinigten) Tischfußball-Ball. Sobald die Mischung im Glas nämlich cremiger und immer fester wird und sich nur noch schwer im Glas hin und her schütteln lässt, saust der Ball durch sein Eigengewicht immer noch brav durch die Masse und beschleunigt den Vorgang dadurch ein bisschen. Selbstverständlich funktioniert es aber auch ohne Ball 😉

Der Vorgang ist denkbar einfach:

  1. Kräuter sammeln, waschen, trocken tupfen und fein hacken.
  2. Zusammen mit dem Schlagobers in ein Schraubglas geben. Dazu kommt eine Prise Salz und die geschälte und gepresste Knoblauchzehe.
  3. Das Glas gut verschließen und los geht’s mit dem Schütteln.
  4. Sobald die Masse cremiger wird, den Ball dazugeben und fleißig weiterschütteln. Mit Kindern das Glas am besten immer wieder weitergeben. So kommt jeder in den Genuss des Schüttelns und die müden Arme können sich in den Pausen wieder ausrasten.

Es ist ganz einfach zu sehen wann die Butter fertig ist. Zu Beginn sind die Wände des Glases ganz trüb vom Schlagobers. Sobald sich das Fett von der Flüssigkeit getrennt hat, kann man ins Glas wieder gut hineinsehen und den Butterklumpen erkennen. Die Butter durch ein Tuch abseihen, dabei die Buttermilch am besten in einer Schüssel auffangen.

Die Kräuterbutter ist noch recht weich, daher forme ich sie als „Haufen“ auf einem Dessertteller und stelle sie noch eine Weile in den Kühlschrank. Sie lässt sich auch zu einer Rolle formen oder gleich für die Grillparty praktisch portioniert in Eiswürfelformen streichen und dann kühlen.

Die Wildkräuterbutter lässt sich natürlich einfach als Butterbrot jausnen und schmeckt wunderbar zu gegrilltem Fleisch und Gemüse. Eine cremige Suppe wird mit einem Stück Brot oder Gebäck zur vollen Mahlzeit, vor allem wenn es mit Wildkräuterbutter oder Frischkäse bestrichen ist -hmmm, super gut! Auch Frischkäse lässt sich mit Wildkräutern ganz toll aufpeppen – aber das ist wieder eine andere Geschichte ….

Das bin ich

Junge Frau mit Strohhut steht in einer Küche

Food & DIY
Bloggerin

Mein Name ist Johanna, ich bin Lehrerin für Reiten und Englisch, Gartenpflegerin, Kräuterpädagogin und Mama. Meine Hobbies sind gutes Essen, Pflanzen, tanzen, ein gesunder und naturverbundener Lebensstil und mir und meiner Familie ein gemütliches Zuhause zu gestalten… Kurz: einfach alles was das Leben schön macht 😉

Als Tausendsassa strecke ich meine Fühler in alle Richtungen und liebe es dazu zu lernen und neues auszuprobieren. So entstand auch der Name Jo-wanna-try.

Meine Erfahrungen möchte ich gerne mit euch teilen und so findet ihr auf diesem Blog Rezepte, Kräuterwissen, kleine Projekte und DIYs für Haus und Garten und alles was mich sonst noch bewegt. Ich wünsche euch viel Freude beim Stöbern und Nachmachen!

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